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Steuerrückstände mit Betreibungen: Lohnt sich ein Kredit für das Steueramt?

Steuerrückstände mit Betreibungen: Lohnt sich ein Kredit für das Steueramt?

Steuern trotz Betreibungen zu finanzieren heisst, Rückstände bei Gemeinde-, Kantons- oder Bundessteuern zu begleichen, während das Steueramt oder andere Gläubiger bereits Betreibungen eingeleitet haben, und dabei Ratenplan, Erlass oder Vorauszahlungen zu nutzen, statt einen verzinslichen Privatkredit aufzunehmen.

Wie eine Steuerbetreibung entsteht

Nach der Veranlagung setzt die Steuerrechnung eine Zahlungsfrist; bleibt die Zahlung aus, folgt eine Mahnung und danach das Betreibungsbegehren. Steuern gehören oft zu den ersten Einträgen im Register, weil sie bei ordentlich Besteuerten nicht automatisch vom Lohn abgezogen werden.

Warum der Rechtsvorschlag gegen das Steueramt nicht genügt

Eine rechtskräftige Veranlagungsverfügung ist einem vollstreckbaren Urteil gleichgestellt: Das Steueramt kann deshalb ohne Weiteres die definitive Rechtsöffnung erlangen (Art. 80 SchKG). Mit dem Rechtsvorschlag lässt sich der geschuldete Steuerbetrag selbst nicht mehr nachträglich in Frage stellen.

Die Veranlagung innerhalb der Einsprachefrist anfechten

Über den Betrag wird bei der Veranlagung gestritten, mit einer schriftlichen und begründeten Einsprache, in der Regel innert 30 Tagen nach Eröffnung. Eine Ermessensveranlagung wegen fehlender Steuererklärung lässt sich so leichter korrigieren als nach Einleitung der Betreibung.

Wenn eine Ermessensveranlagung die Schuld aufbläht

Ohne Steuererklärung schätzt die Behörde das Einkommen, oft grosszügig. Die fehlende Erklärung samt Belegen nachzureichen, auch verspätet, und innerhalb der noch offenen Frist eine Korrektur zu verlangen, kann eine Steuerschuld deutlich senken, die bereits mehrere Betreibungen auslöst.

Beim Steueramt einen Ratenplan beantragen

Die meisten kantonalen Steuerverwaltungen gewähren auf ein schriftliches Gesuch hin, dem ein Budget beiliegt, Ratenzahlungen. Verzugszinsen laufen zwar weiter, doch der Plan verhindert neue Betreibungen, solange jede vereinbarte Rate und zusätzlich die laufende Steuer pünktlich bezahlt werden.

Steuererlass bei einer Notlage

Würde die Zahlung zu einer dauerhaften, unzumutbaren Härte führen, kann ein ganzer oder teilweiser Erlass beantragt werden (bei der direkten Bundessteuer Art. 167 DBG). Die Behörde prüft, ob die Notlage unverschuldet ist und ob andere Gläubiger bevorzugt werden.

Was ein Erlassgesuch scheitern lässt

Ein Erlass wird in der Regel verweigert, wenn die steuerpflichtige Person weiterhin Leasing- oder Kreditraten bezahlt, während sie die Steuern offen lässt. Das Steueramt verzichtet nicht auf seine Forderung, damit das Geld privaten Gläubigern zugutekommt.

Laufende Steuern und Existenzminimum bei der Pfändung

Nach der Praxis der Betreibungsämter gehört die laufende Steuer nicht zum Existenzminimum des gepfändeten Schuldners. Während einer Lohnpfändung entstehen deshalb sehr leicht neue Steuerrückstände, was die Spirale der Betreibungen weit über das Pfändungsjahr hinaus verlängert.

Monatliche Vorauszahlungen gegen neue Rückstände

Jeden Monat per Dauerauftrag Vorauszahlungen auf die Steuer des laufenden Jahres zu leisten verhindert, dass eine hohe Rechnung auf einmal eintrifft. Mehrere Kantone bieten Raten oder monatliche Einzahlungsscheine an, und manche vergüten auf Vorauszahlungen sogar einen Zins.

Quellensteuer und Wechsel des Status

Quellenbesteuerten Personen, etwa manchen Inhabern einer Bewilligung B, wird die Steuer direkt vom Lohn abgezogen. Wechseln sie zur ordentlichen Veranlagung, namentlich mit Bewilligung C, müssen sie selbst für die Zahlung vorsorgen, sonst häufen sich Rückstände an.

Für Steuern einen Kredit aufnehmen: selten eine gute Rechnung

Ein Privatkredit kostet in der Regel mehr als der Verzugszins des Steueramts und setzt eine strenge KKG-Prüfung voraus, die bei Betreibungen meist negativ ausfällt. Zudem ersetzt er eine verhandelbare Forderung durch eine starre, bei IKO und ZEK gemeldete Schuld.

Das Steueramt in eine Gesamtsanierung einbeziehen

Eine Fachstelle von Schuldenberatung Schweiz oder der Caritas verhandelt oft gleichzeitig mit Steueramt, Krankenversicherer und privaten Gläubigern. Ziel ist, zuerst die laufende Steuer zu stabilisieren und danach die Rückstände über Ratenplan, Erlass oder einvernehmliche Schuldenbereinigung anzugehen.

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Nützliche Links in der Schweiz

Banken und regulierte Leasinggesellschaften dürfen nicht den Eindruck erwecken, Kredite bei laufenden Betreibungen leicht zu bewilligen. Eine mögliche Zusage setzt eine strenge Prüfung der finanziellen Tragbarkeit, der ZEK-/IKO-Daten und der gesetzlichen Vorgaben voraus.