SuissePret.com
SuissePret.com

Mit Betreibungen: Welche Finanzierung ist in der Schweiz noch möglich?

Vollständiger Schweizer Leitfaden für Kredit mit Betreibungen: Betreibung, Verlustschein, negative ZEK, IKO, Bonität, Kreditablehnung und verantwortungsvolle Lösungen.

Mit Betreibungen: Welche Finanzierung ist in der Schweiz noch möglich?

Mit Betreibungen: Welche Finanzierung ist in der Schweiz noch möglich?

Eine Finanzierung mit Betreibungen in der Schweiz zu erhalten heisst, einen Kreditgeber nach Einsicht in den Betreibungsregisterauszug sowie in ZEK und IKO zu überzeugen und eine Kreditfähigkeitsprüfung zu bestehen, die das Existenzminimum schützt; ohne vorherige Sanierung gelingt dies selten.

Was eine Betreibung für Kreditsuchende konkret bedeutet

Eine Betreibung beweist nicht, dass eine Schuld tatsächlich besteht, doch sie erscheint auf dem Auszug, den Vermieter, Banken und Leasinggesellschaften fast immer verlangen. Für sie signalisiert selbst eine bestrittene Forderung ein Risiko, was den Zugang zu klassischen Krediten oft jahrelang versperrt.

Wer den Betreibungsregisterauszug sehen darf und wie lange

Wer ein Interesse glaubhaft macht, erhält den Auszug, und potenzielle Vermieter oder Kreditgeber verlangen ihn in der Praxis direkt von Ihnen. Gemäss Art. 8a SchKG ist ein abgeschlossenes Verfahren für Dritte fünf Jahre nach seinem Abschluss nicht mehr sichtbar.

Rechtsvorschlag innert zehn Tagen nach dem Zahlungsbefehl

Ist die Forderung falsch oder bereits bezahlt, muss der Rechtsvorschlag innert zehn Tagen nach Zustellung mündlich oder schriftlich beim Betreibungsamt erhoben werden. Er stoppt die Betreibung, bis der Gläubiger die Rechtsöffnung erwirkt, doch der Eintrag bleibt weiterhin sichtbar.

Nichtbekanntgabe einer bestrittenen Betreibung beantragen

Drei Monate nach Zustellung des Zahlungsbefehls kann, wer Rechtsvorschlag erhoben hat, beim Amt beantragen, die Betreibung Dritten nicht mehr bekannt zu geben. Der Gläubiger hat dann zwanzig Tage Zeit, um nachzuweisen, dass er ein Verfahren zur Beseitigung des Rechtsvorschlags eingeleitet hat.

ZEK und IKO: zwei Datenbanken, die jeder Kreditgeber abfragt

Die ZEK ist die private Informationsstelle, in der Banken, Leasinggesellschaften und Kartenherausgeber Verträge und Zahlungsstörungen austauschen. Die vom KKG vorgeschriebene IKO erfasst laufende Kredite und Leasingverträge, damit sich niemand über seine finanziellen Möglichkeiten hinaus verschuldet.

Wie die KKG-Prüfung den unpfändbaren Teil des Einkommens schützt

Der Kreditgeber muss prüfen, ob der Kredit innert sechsunddreissig Monaten zurückbezahlt werden kann, ohne das betreibungsrechtliche Existenzminimum anzutasten. Miete, Krankenkassenprämien, Steuern, Unterhaltsbeiträge und bereits vom Betreibungsamt festgelegte Abzahlungen verkleinern diesen Spielraum in der Praxis oft ganz erheblich.

Eigene ZEK- und IKO-Daten einsehen und berichtigen lassen

Das Datenschutzgesetz erlaubt Ihnen, grundsätzlich kostenlos Auskunft über alle zu Ihrer Person gespeicherten Angaben zu verlangen. Ein Fehler lässt sich mit Belegen korrigieren, ein korrekter Eintrag verschwindet jedoch nicht gegen Bezahlung, was auch immer gewisse Inserate behaupten.

Vierzehn Tage, um einen unterschriebenen Vertrag zu widerrufen

Ein Konsumkredit oder ein privates Leasing kann innert vierzehn Tagen nach Erhalt der Vertragskopie schriftlich widerrufen werden. Diese Frist dient dazu, die Gesamtkosten in Ruhe nachzurechnen, besonders wenn man unter Druck oder in einer Notlage unterschrieben hat.

Welche Finanzierungswege trotz allem offenbleiben

Mit laufenden Betreibungen wird ein Privatkredit einer Bank nur selten gewährt. Realistische Möglichkeiten beruhen eher auf einer konkreten Sicherheit, einem nachgewiesenen stabilen Einkommen oder bereits sanierten Schulden, und jede setzt eine sorgfältige Prüfung der Lage durch den Kreditgeber voraus.

Pfandleihe und andere Sachsicherheiten

Ein vom Kanton bewilligtes Pfandleihhaus zahlt einen Betrag gegen Hinterlegung einer Uhr, eines Schmuckstücks oder eines anderen Wertgegenstands aus. Wird bei Fälligkeit nicht zurückbezahlt, wird das Pfand in der Regel verwertet; das Betreibungsregister spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle.

Autoleasing: dieselbe Prüfung wie bei einem Kredit

Das private Leasing eines Fahrzeugs untersteht dem KKG: Die Gesellschaft fragt ZEK und IKO ab, verlangt den Betreibungsregisterauszug und berechnet die tragbare Monatsrate. Ein deutlich günstigerer Occasionswagen wird manchmal akzeptiert, wo ein Neuwagen zuvor abgelehnt wurde.

Lohnpfändung, AHV/IV-Rente oder selbständige Tätigkeit

Bei einer laufenden Lohnpfändung bleibt während des Pfändungsjahres in der Regel kein Spielraum. AHV- und IV-Renten sind unpfändbar, aber begrenzt; wer im Handelsregister eingetragen ist, wird auf Konkurs betrieben, und sein Geschäftskredit fällt nicht unter das KKG.

Betreibungen bereinigen, bevor man einen neuen Antrag stellt

Offene Forderungen zu bezahlen oder auszuhandeln verbessert ein Dossier stärker, als Kreditanträge bei verschiedenen Anbietern zu vervielfachen. Jede Quittung, Zahlungsvereinbarung oder Saldobestätigung sollte aufbewahrt werden, denn der Kreditgeber will sehen, wie jeder einzelne Eintrag erledigt wurde.

Einen Verlustschein zurückkaufen und löschen lassen

Eine durch Verlustschein verurkundete Forderung verjährt nach zwanzig Jahren und ist gegenüber dem Schuldner nicht verzinslich. Gläubiger akzeptieren manchmal einen reduzierten Betrag; sobald die Schuld getilgt ist, können Sie beim Betreibungsamt die Löschung des Eintrags verlangen.

Begleitete Schuldensanierung und einvernehmliche private Schuldenbereinigung

Die Mitgliedstellen von Schuldenberatung Schweiz, die Caritas oder kirchliche Sozialdienste erstellen ein Budget und verhandeln mit den Gläubigern. Sind die Schulden zu hoch, bietet die einvernehmliche private Schuldenbereinigung nach Art. 333 ff. SchKG einen gerichtlichen Rahmen.

Warnsignale: Vorauszahlungen und garantierte Zusagen

Vorsicht bei jedem Angebot, das vor der Auszahlung Gebühren verlangt, eine Zusage ohne Abfrage von ZEK oder Register verspricht oder von einem ausländischen Anbieter ohne kantonale Bewilligung stammt. Ein seriöser Kredit wird in der Schweiz nie ohne Prüfung Ihrer Lage gewährt.

Häufige Fragen

Verschwindet eine bezahlte Betreibung automatisch aus dem Betreibungsauszug?

Nein. Mit der Zahlung endet zwar das Verfahren, doch der Eintrag bleibt für Dritte grundsätzlich noch fünf Jahre nach Abschluss sichtbar, wie Art. 8a SchKG festhält. Der Auszug zeigt allerdings, dass die Betreibung bezahlt wurde, und das wiegt weniger schwer als eine offene Forderung. Zieht der Gläubiger die Betreibung zurück, gibt das Amt sie Dritten nicht mehr bekannt. Es lohnt sich daher, bei der Zahlung schriftlich um diesen Rückzug zu bitten, die Quittung aufzubewahren und auf einem neuen Auszug zu prüfen, dass der Eintrag für künftige Kreditgeber oder Vermieter nicht mehr erscheint.

Wie erhalte ich einen Betreibungsregisterauszug und was steht darin?

Den Auszug bestellt man beim Betreibungsamt am Wohnort, am Schalter, per Post oder je nach Kanton online, gegen eine Gebühr und mit Identitätsnachweis. Er umfasst nur den Kreis dieses Amtes: Wer kürzlich umgezogen ist, muss unter Umständen auch einen Auszug vom früheren Wohnort vorlegen. Darin stehen die gegen Sie eingeleiteten Betreibungen, ihr Stand und allfällige Verlustscheine. Es lohnt sich, den Auszug vor jedem Kreditantrag selbst zu bestellen, um Fehler oder einen vergessenen Eintrag rechtzeitig zu entdecken und klären zu können.

Kann ein Kredit abgelehnt werden, obwohl keine Betreibung vorliegt?

Ja. Ein leerer Betreibungsauszug begründet keinen Anspruch auf einen Kredit. Der Kreditgeber fragt auch die ZEK ab, wo etwa Zahlungsrückstände bei einer Karte, ein gekündigtes Leasing oder ein schlecht zurückbezahlter Kredit vermerkt sein können, sowie die IKO, die laufende Verpflichtungen erfasst. Danach berechnet er, ob die Rate ohne Eingriff in den unpfändbaren Teil des Einkommens tragbar ist. Ein zu knappes Budget, mehrere offene Kredite oder ein als unsicher beurteiltes Einkommen genügen für eine Absage, die nicht im Detail begründet werden muss.

Kann man einen Kredit aufnehmen, um alle Betreibungen auf einmal zu bezahlen?

Der Gedanke liegt nahe, scheitert aber meist an derselben Kreditfähigkeitsprüfung nach KKG: Der Kreditgeber sieht die Betreibungen im Auszug und muss prüfen, ob die neue Rate tragbar ist, ohne ins Existenzminimum einzugreifen. Bei offenen Betreibungen oder einer laufenden Lohnpfändung wird ein solcher Antrag deshalb meist abgelehnt. Realistischer ist es, direkt mit den Gläubigern eine Ratenzahlung oder einen reduzierten Betrag auszuhandeln, am besten mit Unterstützung einer Schuldenberatung, statt eine zusätzliche Schuld einzugehen, die das Budget weiter belastet.

Verhindern die Betreibungen des Ehepartners einen Kredit für den anderen?

Eine Betreibung richtet sich gegen eine bestimmte Person und erscheint nur in deren Auszug. Der Ehepartner ohne Betreibungen hat also weiterhin einen sauberen Auszug. Der Kreditgeber beurteilt aber den ganzen Haushalt: Miete, gemeinsame Kosten, Schulden und eine allfällige Lohnpfändung des Partners schmälern das verfügbare Budget. Zudem können Ehegatten nach dem Zivilgesetzbuch für bestimmte Schulden aus den laufenden Bedürfnissen der Familie gemeinsam haften. Wer einen Kredit auf den eigenen Namen aufnimmt, um die Schulden des anderen zu decken, trägt schliesslich das ganze Risiko allein.

Kredit- und Leasinganbieter

Unverbindliche Liste: SuissePret.com hat keine geschäftliche Verbindung zu diesen Anbietern und leitet keine Anfragen weiter. Jeder Kreditgeber prüft die Kreditfähigkeit nach KKG.

Offizielle Quellen

Auch lesen

Kantone